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Briefe

Brief an Hermann Bahr, Mai 1904

 

Können Sie mir eventuell nur für einige Tage das Buch von Freud und Breuer über Heilung der Hysterie durch Freimachen einer unterdrückten Erinnerung leihen (schicken)? Wenn nicht, so schreiben Sie mir bitte den genauen Titel davon auf, damit ich es mir kommen lassen kann.

Ich weiß, daß ich darin Dinge finden werde, die mich im ‘Leben ein Traum’ sehr fördern müssen.

 

Druckvorlage: Hugo von Hofmannsthal: Briefe 1900-1909. Wien 1937, S. 142.

 

 

Brief an Oscar H. Schmitz, Januar 1908

 

Freud, dessen Schriften ich sämtlich kenne, halte ich abgesehen von fachlicher Akribie (der scharfsinnige jüdische Arzt) für eine absolute Mediocrität voll bornierten, provinzmässigen Eigendünkels...

 

Druckvorlage: Hofmannsthal-Blätter 7 (1971), S. 74.

 

Brief an Oscar H. Schmitz, Januar 1908

 

Freud, dessen Schriften ich sämtlich kenne, halte ich abgesehen von fachlicher Akribie (der scharfsinnige jüdische Arzt) für eine absolute Mediocrität voll bornierten, provinzmässigen Eigendünkels... 

 

Druckvorlage: Hofmannsthal-Blätter 7 (1971), S. 74.

 

Brief an Arthur Schnitzler, 7. November 1916

 

[...] wenn ich schrieb „halb absichtlich, halb unabsichtlich“, so meinte ich einen jener Schwebezustände des Willens, zwischen Bewußt und Unbewußt, aber doch ziemlich tief im Unbewußten, dem Freud in der Psychopathologie des Alltagslebens ganze Nester und Ketten sehr geistreich nachgewiesen hat, jenes scheinbar völlig unbewußte Fallenlassen eines Bildes, weil man gegen die Person, die das Bild darstellt, etwas verborgenes Böses auf dem Herzen hat, - kurz eine Tat, die vor keinerlei Forum gezogen werden kann, kaum vor das des allerzartesten eigenen Gewissens, so sehr verbirgt sie sich ins Dunkel des Unbewußten - [...] .

 

Druckvorlage: Hugo von Hofmannsthal: Brief an Arthur Schnitzler. In: Hugo von Hofmannsthal - Arthur Schnitzler: Briefwechsel. Hg. von Therese Nickl und Heinrich Schnitzler. Frankfurt a.M., S. 258.

 

Brief an Willy Haas, 4. Juni 1922

 

Ich bin ebenso unvermögend mich gegen Interpretationen der vagsten Art zu wehren, die Sie etwa Lust haben auf Grund unrichtiger Tatsachen (und deren Unrichtigkeit Ihnen bekannt ist!) aus meinen Arbeiten hervorzuspinnen, als ich mich wehren kann, wenn heute ein Privatdocent irgendwo mich Faser für Faser als ‘Romantiker’ anatomiert und mich als solchen für in dieser Zeit unmöglich und mein ganzes Dasein für ein Phantom erklärt, oder wenn morgen ein Freudianer meine sämtlichen Arbeiten bis aufs I-tüpferl als infantil-erotische Hallucination ‘erkennt’.

 

Druckvorlage: Hugo von Hofmannsthal - Willy Haas: Briefwechsel. Hg. von Rolf Italiaander. Berlin 1968, S. 47.

 

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